Das Mendelssohn-Streichoktett: Der Traum eines jeden Streichers!

Ich glaube, wir alle waren von Anfang an Feuer und Flamme, dieses wunderbare Stück zusammen  erarbeiten und aufführen zu können. Das Werk sprudelt vor jugendlicher Energie – Mendelssohn komponierte es mit erst 16 Jahren! – und verleitet dazu, sich in der Musik zu verlieren.

Doch genau darin liegt die Schwierigkeit: So schön die eigene Stimme auch sein mag, so muss man doch jede Sekunde wach sein, denn das Musizieren mit sieben weiteren Musikern erfordert Flexibilität und jede Menge Kontaktfreudigkeit – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns noch gar nicht alle kannten.

Doch das Eis war schnell gebrochen. Schon nach den ersten Tönen fanden wir Gesprächsstoff für die nächsten Wochen. Wussten Sie zum Beispiel, dass das Scherzo des Oktetts manchmal in Mendelssohns Erster Sinfonie anstelle des Menuetts erklingt? Wie findet man die richtige Balance zwischen sinfonischem, solistischem und kammermusikalischem Spiel? Denn genau das wollte der Komponist: „Dieses Octett muß von allen Instrumenten im Style eines symphonischen Orchesters gespielt werden. Pianos und Fortes müssen genau eingehalten und schärfer betont werden als gewöhnlich in Werken dieses Charakters.”

Manche von uns spielen das Werk zum ersten Mal, manche haben es sogar schon mehrmals gespielt. Doch auch der erfahrenste Musiker findet immer wieder neue Überraschungen und Grund für hitzige Debatten. Und eben das ist das Wunderbare an diesem Werk, jede Probe ist eine Entdeckungsreise, jede Stimme etwas ganz Besonderes und so hatten wir unglaublich viel Freude bei der Probenarbeit mit unserem wundervollen Mentor Hans-Jakob Eschenburg, der uns oft zum Lachen brachte und mit Energie auftankte.

Wir hoffen, dass diese Energie aufs Publikum überschwappen wird. Lassen Sie sich überraschen von einer weiteren Fassung des Streichoktetts op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy – wir sind auch schon gespannt, welche Entdeckungen wir auf unserer Reise am Donnerstag im silent green Kulturquartier machen werden!

 

Ein Beitrag von Henriette Klauk