Es ist jedes Mal dasselbe. Immer wieder macht man sich auf den Weg.

Neulich wurde ich von einer Bekannten, die im Profisport zu Hause ist, gefragt:
Wie… Du musst noch üben? Ich dachte, du kannst Geige spielen?
Ja, das stimmt schon, erwiderte ich. Aber jedes neue Stück ist wie ein Parcours, den ich zuerst einmal ablaufen muss. Wenn ich das Stück – mein Gelände – auf diese Art kennengelernt habe, überlege ich mir, was ich damit anstellen kann. Welchen Ausdruck gibt die Musik her? Welcher Choreographie will ich folgen? Wie mache ich das Stück zu meiner Musik mit meiner Aussage, ohne die Komposition zu überladen?

Das ist alles Kopfarbeit und hat mit technischen Fähigkeiten auf dem Instrument noch gar nicht viel zu tun. Vom Geschehen im Konzertsaal ganz abgesehen. Dort wird das Menü serviert. Keiner wird sehen, ob sich der Koch beim Zubereiten in den Finger geschnitten hat. Natürlich reißen Saiten auch im Konzert, aber nur wenn es sehr wild zugeht. Meist läuft alles nach Plan.

Eben deshalb ist es so wunderbar und reizvoll, mit meinen Kollegen und vor allem mit Lara unseren Kopfsalat irgendwie begreifbar zu machen. Ihm eine Form zu geben.
Das verschiebt unser Denken. Eine zweite Ebene – hier das Bild – kommt hinzu. Es verändert unsere Sicht. Uns mit der Darstellung der Musik über das reine Musizieren hinaus zu beschäftigen, macht sie auf eine sehr intensive Art zu unserem Eigenen.

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    Scherenschnitte waren zu Mendelssohns Zeiten en vogue. Da machen wir doch gleich welche von uns selbst …

Natürlich proben wir auch ganz anständig die pure Musik. Die steht ja im Mittelpunkt, auch wenn alles Andere uns viel Spaß macht.

Ein wirklich erster Beginn und erstes gemeinsames Suchen. Wir finden überraschend selbstverständlich zueinander. Ist es wahr? Das Zitat erklingt gleich in den ersten Takten.

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Juliane Manyak und Lara Faroqhi im Gespräch: Von Bach zu Mendelssohn… Wer findet sich in welcher Form wieder? Die Suche geht weiter…

Text und Fotos: Juliane Manyak
Videos: Lara Faroqhi