Brett Dean, Composer in Residence des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin in dieser Saison, begegnete uns bisher als Komponist von sehr interessanten und spannenden Orchesterwerken, zuletzt mit der phantastischen „Pastoral Symphony“. Im Februar präsentieren wir ihn mit seinem Klavierquintett „Voices of Angels“.

Dieses Stück fordert einen besonders großen Einsatz, deshalb haben wir uns schon früh zu ersten „Lese“-Proben getroffen. Allerdings fehlte im letzten Jahr immer ein Mitspieler, wodurch die eigentlich erste Probe mit vollständigem Ensemble ziemlich genau einen Monat vor dem Konzert stattfand.
Jetzt liegen noch einige Termine vor uns, aber es läuft sehr gut und inzwischen bin ich sicher, dass wir dieses Stück sehr gut meistern werden!

Im Verlauf der Proben lernt man das jeweilige Werk immer genauer kennen. Besonders bei unbekannten Werken ist das spannend. So auch bei den „Voices of Angels“, weil es von diesem bisher keine Aufnahme gibt, die man zum Kennenlernen nutzen könnte.
Bei diesem Stück beeindruckt mich besonders die emotionale Tiefe: Trotz der immensen technischen Schwierigkeiten kommt es immer wieder zu großartigen stillen und sehr melodischen Teilen.
Jedes Instrument hat seine wunderschönen Soli, in denen es frei singen kann.
Dann verdichtet es sich rhythmisch und dynamisch zu großen Steigerungen, die nach und nach anfangen, immer mehr zu „grooven“.
Aber wir sind ja auch noch in der Probenphase…

Probeneindrücke: „Voices of Angels“ von Brett Dean

Wir freuen uns ganz besonders, dass der Komponist Brett Dean zu dem Konzert kommen wird und wir vorher die Gelegenheit haben werden, mit ihm persönlich zu arbeiten! Das ist natürlich eine besonders spannende Situation: Quasi aus „erster Hand“ können wir Informationen über das Werk, seine Entstehungsgeschichte und seinen Inhalt gewinnen.

George Crumbs „Vox Balaenae“ ist ein wunderschönes Stück, das sich mit dem Gesang der Wale beschäftigt. Crumb hatte im Vorfeld eine Aufnahme dieser fremdartigen Laute und „Melodien“ gehört, die ihn derart beeindruckte, dass er versuchte, diese Klänge mit drei Instrumenten zu imitieren.
Dazu werden diese leicht verstärkt. Das Klavier wird zudem präpariert, d.h. der Pianist markiert diverse Saiten im Flügel, um diese im Instrument mit verschiedenen Materialien zu „spielen“. Im Moment sind wir noch dabei, die ganze Materialliste abzuarbeiten und alles, was benötigt wird, zu besorgen. Auch Flöte und Cello  machen von vielen speziellen Spieltechniken, die man sich erst einmal erschließen muss, Gebrauch.
Das Ergebnis ist aber ein sehr stimmungsvolles Plädoyer für den Schutz und die Rettung dieser sanften Meeresbewohner.

Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf das spannende Konzert mit sehr viel „neuen“ Tönen!

Ein Beitrag von Peter Albrecht